Wer einen Kamin installieren möchte, kommt um eine präzise Kernbohrung meist nicht herum. Sie schafft die notwendige Öffnung in der Wand, durch die das Ofenrohr sicher nach außen geführt werden kann. Dabei ist nicht nur technisches Know-how gefragt, sondern auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf es bei der Kernbohrung für den Kamin ankommt – von der Planung über die Kosten bis hin zu praktischen Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung.
Was ist eine Kernbohrung und wozu dient sie beim Kaminanschluss?
Bei einer Kernbohrung handelt es sich um ein präzises Verfahren, bei dem mit einer diamantbesetzten Bohrkrone zylinderförmige Öffnungen in harte Materialien wie Beton, Mauerwerk oder Stein gebohrt werden. Die Technik ermöglicht es, ohne Erschütterungen und mit hoher Genauigkeit ein sauberes Loch zu schaffen – ideal für den Durchbruch eines Kaminrohrs. Durch die Rotation der Bohrkrone wird ein sogenannter Bohrkern aus dem Material geschnitten, der anschließend entfernt wird.
Anwendungsbereiche im Zusammenhang mit Kaminen
Im Kontext eines Kamins wird die Kernbohrung meist verwendet, um das Rauchrohr durch eine Außenwand oder eine Innenwand mit Verbindung zum Schornstein zu führen. Auch für den Anschluss an Edelstahlschornsteine oder für moderne Pelletöfen ist die Methode gängige Praxis. Je nach Ofenmodell und baulicher Gegebenheit sind verschiedene Durchmesser und Tiefen notwendig, weshalb vor der Bohrung eine genaue Planung erforderlich ist.
Für einen Kaminanschluss ist die Bohrung meist zwischen 120 mm und 200 mm im Durchmesser – abhängig vom Ofenrohr und der Wandstärke.
Der Ablauf einer Kernbohrung für den Kamin
Bevor die Bohrmaschine angesetzt wird, steht die sorgfältige Planung im Vordergrund. Zunächst wird geklärt, wo das Ofenrohr verlaufen soll und welche Wand durchbohrt werden muss – Innenwand, Außenwand oder Decke. Dabei müssen Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien sowie die Position des Kamins und des Schornsteins beachtet werden. Ein zentraler Punkt: Die Abstimmung mit dem zuständigen Schornsteinfeger. Dieser prüft, ob die geplante Durchführung baurechtlich zulässig ist.
Auswahl von Durchmesser und Position
Der Durchmesser der Bohrung richtet sich nach dem verwendeten Ofenrohr – gängig sind Maße zwischen 130 und 180 Millimetern. Die Position muss so gewählt werden, dass das Rohr später mit möglichst wenigen Bögen geführt werden kann. Eine gerade, kurze Verbindung zum Schornstein verbessert den Zug und reduziert das Risiko von Kondensatbildung.
Durchführung der Bohrung – Schritt für Schritt
Markierung der Bohrstelle auf der Innen- und ggf. Außenseite der Wand
Aufbau des Bohrständers: Dieser wird fest verankert, um präzise zu arbeiten
Auswahl der passenden Bohrkrone – je nach Wandmaterial (Ziegel, Beton, Naturstein)
Bohrung mit Wasserzufuhr (Nassbohrung) oder ohne (Trockenbohrung mit Absaugung)
Entnahme des Bohrkerns und Kontrolle der Durchgangsöffnung
Nachbearbeitung: Glätten der Kanten, ggf. Einsatz eines Wandfutters
Lassen Sie die Bohrung stets von einem Fachbetrieb durchführen, um Schäden an der Bausubstanz oder unsachgemäße Ausführung zu vermeiden.
Was kostet eine Kernbohrung für den Kamin?
Die Kosten für eine Kernbohrung hängen von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind insbesondere:
Material der Wand: Beton ist härter als Ziegel und erfordert spezielle Bohrtechnik
Wandstärke: Je dicker die Wand, desto aufwändiger die Bohrung
Bohrdurchmesser: Größere Öffnungen erfordern leistungsstärkere Maschinen und längere Arbeitszeit
Zugänglichkeit: Muss auf Leitungen Rücksicht genommen werden oder ist die Wand schwer erreichbar, steigen Aufwand und Preis
Auch die Entscheidung zwischen Trocken- und Nassbohrung wirkt sich auf die Kosten aus, da bei Nassbohrungen zusätzliche Geräte zur Wasserzufuhr und Absaugung nötig sind.
Durchschnittliche Kosten in der Praxis
In der Praxis liegen die Preise für eine professionelle Kernbohrung für den Kamin meist zwischen 150 und 350 Euro. Bei besonders anspruchsvollen Bedingungen (z. B. Stahlbeton oder schwer zugänglicher Bereich) können die Kosten auch höher ausfallen. Viele Betriebe bieten Pauschalpreise an, bei denen Anfahrt, Einrichtung, Bohrung und Entsorgung des Bohrkerns inbegriffen sind.
Holen Sie vorab mehrere Angebote ein und fragen Sie nach einem Komplettpreis, um versteckte Zusatzkosten zu vermeiden.
Genehmigungen und rechtliche Hinweise
Bevor Sie mit der Kernbohrung für Ihren Kamin starten, sollten Sie zwingend den zuständigen bevollmächtigten Schornsteinfeger kontaktieren. Dieser ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Planung und Ausführung von Feuerstätten zu prüfen und abzunehmen. Nur er kann beurteilen, ob der geplante Kaminanschluss den örtlichen Bauvorschriften und Brandschutzanforderungen entspricht. Ohne diese Abnahme darf ein Kamin nicht in Betrieb genommen werden – selbst wenn technisch alles korrekt installiert wurde.
Sicherheitsanforderungen und Bauvorschriften
Zu den wichtigsten Vorschriften zählen:
Abstand zu brennbaren Materialien (z. B. Holzbalken oder Dämmstoffe)
Dichtheit der Durchführung durch die Wand oder Decke
Zugänglichkeit für Wartung und Reinigung
Mindesthöhe und -abstand zum Dachfirst bei Außenschornsteinen
Vorgaben der Feuerungsverordnung (FeuVO) und der DIN EN 1443
Wer gegen diese Regeln verstößt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch den Widerruf der Betriebserlaubnis für den Kamin.
Klären Sie alle Details vor Beginn der Arbeiten mit dem Schornsteinfeger – das spart Zeit, Geld und vermeidet böse Überraschungen.
Tipps für eine erfolgreiche Kernbohrung
Trocken- oder Nassbohrung?
Beide Verfahren haben ihre Berechtigung – die Wahl hängt vom Wandmaterial und den Gegebenheiten vor Ort ab. Nassbohrungen kommen meist bei Beton oder sehr harten Materialien zum Einsatz. Sie arbeiten mit Wasserzufuhr, wodurch die Bohrkrone gekühlt und der Staub gebunden wird. Trockenbohrungen eignen sich für Ziegelwände und können mit professioneller Absaugtechnik nahezu staubfrei durchgeführt werden – ideal für Innenbereiche.
Fehler vermeiden – was häufig schiefgeht
Ein häufiger Fehler ist die falsche Wahl des Bohrdurchmessers – zu klein gebohrt bedeutet Nacharbeit, zu groß mindert die Dichtigkeit. Auch das nicht beachtete Gefälle des Rohres oder zu viele Bögen in der Rohrführung können später Probleme mit dem Zug oder der Kondensatbildung verursachen. Wer auf eigene Faust bohrt, riskiert zudem Beschädigungen an Leitungen oder der Bausubstanz.
Wann Sie besser einen Profi beauftragen sollten
Sobald es sich um tragende Wände, Stahlbeton oder komplizierte Wandaufbauten handelt, sollte die Kernbohrung ausschließlich durch einen Fachbetrieb erfolgen. Auch wenn Unsicherheiten bezüglich Vorschriften oder Wandaufbau bestehen, ist die Beauftragung eines Profis die sichere Wahl. Viele Betriebe bieten Komplettpakete inkl. Abklärung mit dem Schornsteinfeger an.
Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, wenn Sie eine Kernbohrung im Raum NRW planen.
Fazit: Gut geplant ist halb gebohrt
Die Kernbohrung für den Kamin ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum gemütlichen Feuer im Wohnzimmer – und weit mehr als nur ein Loch in der Wand. Sie muss präzise, fachgerecht und unter Einhaltung aller Vorschriften ausgeführt werden. Eine gute Vorbereitung, die richtige Wahl des Bohrverfahrens und die Abstimmung mit dem Schornsteinfeger sind dabei unerlässlich.
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